LIEBE
TIERSCHUETZER UND TIERFREUNDE IN ALLER WELT
Castel
Volturno, 17-04-2006
Wie
Sie vielleicht alle wissen, ist die Krankheit
"Leishmaniose" ein großes Problem in den
Mittelmeerländern. Sie wird durch den Stich der Sandfliege
(Phlebotomos spc.) übertragen. Diese Insekten haben ihre
Hauptaktivzeit sehr früh morgens (3 Uhr bis Sonnenaufgang).
Die Sandfliege muss sich mit einer Blutmahlzeit an einem
infizierten Hund (= Reservoir der Krankheit) anstecken,
bevor sie die Krankheit auf andere Hunde, aber auch auf
Menschen, überträgt. Die Überträgerfliege ist
offensichtlich schon nach Nordeuropa eingeschleppt worden.
Bis
heute hat man weder einen Impfstoff zur Vorbeugung der
Krankheit gefunden, noch eine Therapie, die einmal erkrankte
Tiere vollkommen heilt. Leishmaniose ist eine sich sehr
langsam entwickelnde, aber zum Tode führende Krankheit
(meist durch Nierenversagen). Die einzige Möglichkeit, um
unsere Hunde vor einer Ansteckung zu schützen, ist
Vorbeuge: die Tiere müssen während der Sommermonate (01.
April bis Ende Oktober) nachts in geschlossenen Räumen
gehalten werden, in denen Insektizide verwendet werden oder
Klimaanlagen im Einsatz sind. Auf den Tieren selbst sollten
entsprechende Repellentien angebracht werden.
In
der Region Kampanien wurde im Jahre 2002 ein Gesetz zur
Kontrolle der Verbreitung von Leishmaniose verabschiedet:
Besitzer und Halter von Hunden, die in endemischen Gebieten
leben, müssen mindestens 1 Mal pro Jahr ihr Tier auf das
Vorhandensein von Antikörpern gegen Leishmaniose testen
lassen. Wenn Tiere einen Titer von 1:160 oder höher haben, müssen
sie behandelt werden. Wenn Verdacht auf die Krankheit
vorliegt (Titer von 1:40 bis 1:80) muss so lange getestet
werden, bis eine eindeutige Diagnose vorliegt. Erkrankte
Tiere müssen in den Sommermonaten so gehalten werden, dass
sie keinen Kontakt zur Sandfliege haben können. Die normal
käuflichen Fliegengitter haben ein zu grobmaschiges Netz,
es müssen Spezialgitter verwendet werden, wenn Tiere in
Freigehegen mit Fliegengitter gehalten werden sollten.
Erkrankte
Tiere müssen jedes Jahr wiederholt behandelt werden, auch
wenn der Titer negativ werden sollte. Die Behandlung für
einen mittelgroßen Hund beläuft sich auf ca. 1.000,00 Euro
pro Jahr (Untersuchungen, Behandlung, Medikamente,
wiederholte Blutanalysen).
Diese
Vorsorgemaßnahmen, die verhindern, dass die Leishmaniose
auf andere, noch gesunde Hunde und auf den Menschen übertragen
werden, werden von der LEGA PRO ANIMALE und von der STIFTUNG
FUER TIERSCHUTZ FONDAZIONE MONDO ANIMALE voll gebilligt.
Leider haben wir festgestellt, dass andere
Tierschutzorganisationen und Tierhalter das Gesetz nicht
einhalten. Sie halten erkrankte Tiere, meist ohne sie mit
Repellentien zu behandeln, zusammen mit noch gesunden Hunden
immer im Freien - auch nachts in den Sommermonaten. Sie
sagen zwar, dass die Krankheit "heilbar" sei (das
italienische Tierschutzgesetz sieht Euthanasie nur für
unheilbare Krankheiten vor), haben aber nicht die
finanziellen Mittel für die Behandlung. Sie lassen die
Tiere einfach vor sich hin vegetieren. Nur einzelne
Tierschutzgruppen befürworten Euthanasie wenigstens dieser
Tiere, bei der die Krankheit schon weit fortgeschritten ist.
Die meisten lassen die Tiere unter Qualen sterben
(Niereninsuffizienz).
Die
meisten der Hunde in Tierheimen werden nie getestet.
Wir
werden aus Gründen des Schutzes der anderen Hunde in jedem
Fall auch weiterhin alle Hunde auf Leishmaniose testen und
nur definitiv negative Hunde zur Vermittlung geben. Egal, ob
in Italien oder Deutschland.
Mit
tierschützerischen Grüssen aus Süditalien
Dorothea
Friz
LEGA
PRO ANIMALE
FONDAZIONE
MONDO ANIMALE
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